Der jüdische Friedhof
Der jüdische Friedhof, der vermutlich zeitgleich mit der Ansiedlung der Juden im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts angelegt worden ist, befindet sich an der Straße nach St. Andrä, außerhalb des Ortes. Erstmals wird der Friedhof in einer Quelle aus dem Jahr 1749 erwähnt.
Das Friedhofsgelände ist ca. 3.000 m² groß. Darauf befinden sich heute etwa 1.200 Grabsteine, die Großteils in hebräischer Sprache beschriftet sind. Viele ältere Sandsteingrabsteine zerfallen und die Grabinschriften sind teilweise unleserlich. Das nördliche Areal ist der älteste Teil des Friedhofes, der infolge der Unmöglichkeit, ein Grundstück zur Erweiterung zu erhalten, immer wieder neu aufgeschüttet wurde. Dadurch wurden kleinere künstliche Niveauunterschiede geschaffen.
Die NS-Gemeindeverantwortlichen waren bestrebt, auch den jüdischen Friedhof zu zerstören, um damit auch die letzten jüdischen Spuren in Frauenkirchen zu beseitigen. Die Auflassung des Friedhofes verhinderte schlussendlich ein pflichtbewusster Beamter der Bezirkshauptmannschaft.
Der jüdische Friedhof ist heute noch das wichtigste Zeichen der ehemaligen jüdischen Gemeinde. Immer wieder wird er von Angehörigen und Interessierten besucht.
(© Herbert Brettl)




Grabsteine-Inschriften
Mag. Johannes Reiss, ehemaliger Direktor und Geschäftsführer des Österreichischen Jüdischen Museums in Eisenstadt, hat uns freundlicher Weise zwei Inschriften der Grabsteine der Familie Goldstein übersetzt.
